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Bürgergemeinschaft gegen die Zerstörung der Weetfelder Landschaft e.V.

Stellungnahme zunehmenden Verkehr im gesamten Ortsteil

Das beiliegende Schreiben (beispielhaft an den OB gerichtet) mit der Broschüre haben wir am 26.03.18 an folgende Adressaten verschickt:

Oberbürgermeister, Stadtbaurätin, an die Fraktionsvorsitzenden im Rat und die Parteien ohne Fraktionsstatus, den Bezirksvorsteher, die Fraktionsvorsitzenden in der BV und die Einzelmitglieder der anderen Parteien, die Landtagsabgeordneten, FugE, Superintendent Kirchenkreis Hamm, Ausschussvorsitzender gesellschaftliche Verantwortung und Umwelt im KK Hamm, Vorsitzender Aussschuss Stadtentwicklung und Verkehr, Landwirtschaftlicher Kreisverband Ruhr-Lippe, Bürgermeister Rötering in Bönen.

Die Stellungnahme wurde, wie auf der JHV besprochen, vom Vorstand der BG und mehreren Interessierten Vereinsmitgliedern erstellt.

Stellungnahme

Die Anwohner in Hamm-Wiescherhöfen und Hamm-Weetfeld klagen über den zunehmenden Verkehr im gesamten Ortsteil.

Täglich benutzen LKW-Fahrer die Weetfelder Straße und die Provinzialstraße, die für den LKW-Verkehr gesperrt sind. Durch die bald folgende Ansiedlung des Paketzustellers DPD wird dieser Verkehr noch steigen. Es wird mit 300 LKW Fahrten und mit 700-1000 Sprinterfahrten pro Tag im Endausbau gerechnet.

Eine weitere Belastung entsteht durch den steigenden Pendlerverkehr in den Anwohnerstraßen durch die in den Industriegebieten arbeitenden Menschen, besonders in den frühen Morgenstunden ab 5:00 Uhr.

Die Belastung für die ortsansässigen Bürger ist bereits jetzt unzumutbar, vielen Anwohnern ist ihr Wohngebiet fremd und gefährlich geworden.

In Bönen hingegen wird zurzeit über die zu hohe Feinstaubbelastung an der Autobahn A 2 in Nordbögge diskutiert. Die Bönener Bevölkerung protestiert auch gegen den ständig zunehmenden Verkehr zum Hammer „Inlogparc“ über Bönener Straßen und im Bereich der Anschlussstelle der Autobahn A 2; sie fordern zur Entlastung der Bönener Wohngebiete eine zusätzliche Autobahnauffahrt zwischen dieser Anschlussstelle und der Auffahrt Hamm-Rhynern.

Die Stickoxid-Belastungen im Bereich der A 2 weisen in der Tat bereits jetzt darauf hin, dass mit den in Bau befindlichen Logistikansiedlungen und den geplanten Straßenbauprojekten eine gesundheitliche Gefährdung der Anwohner verbunden ist.

Für unseren Stadtteil kommt verschärfend hinzu, dass in den nächsten Jahren (prognostiziert ist das Jahr 2025) mit dem Bau der Bahnunterführung an der Provinzialstraße ein verkehrliches Nadelöhr beseitigt werden soll. Die neue schrankenlose Straßenführung unter der Bahn wird zur Folge haben, dass der Bereich Wiescherhöfen/ Selmigerheide noch stärker von Fahrzeugen genutzt wird.

Die BG Weetfeld nimmt daher im Einzelnen wie folgt Stellung:

1. Eine Entlastung der Verkehrssituation in Bönen ist innerhalb des Bestandes der heute genutzten Straßen zu suchen. Hierzu bedarf es einer Verkehrsanalyse, in der insbesondere geprüft und untersucht werden muss, wann, woher und mit welchem Ziel sich auf den relevanten Straßen in Bönen Verkehre ergeben.

Verkehrslenkende Maßnahmen sind auf dieser Basis zu erarbeiten.

Die Stickoxidwerte im Inlogparc, auf den Zubringerstraßen und an den Anschlussstellen Bönen und Hamm-Rhynern sind zu ermitteln.

2. Bis zum Vorliegen dieser vermutlich umfangreichen Gutachten sollen keine weiteren Ansiedlungen im Bereich der jetzt gültigen Bebauungspläne im Inlogparc vorgenommen werden.

3. Eine Norderweiterung des Inlogparc in Weetfeld wurde auf Grund des Freiraumverbrauchs durch die BG grundsätzlich abgelehnt, erschwerend kommt hinzu, dass bereits jetzt eine schwer erträgliche und potenziell gesundheitsgefährdende Situation eingetreten ist.

4. Die Durchfahrverbote auf der Provinzialstraße und der Weetfelder Straße sind konsequent umzusetzen und zu kontrollieren. Zur Absenkung der erhöhten Stickoxid-Emissionen wird die Stadt Hamm aufgefordert, sich bei den zuständigen Landesbehörden für eine deutliche Geschwindigkeitsbeschränkung im Bereich der A2 einzusetzen.

5. Nach der Inbetriebnahme von DPD ist eine Neubewertung der Verkehrssituation in Wiescherhöfen und Weetfeld vorzunehmen. Vorab ist bereits eine Prognose zu erstellen, in welchem Umfang mit neuen Verkehren zu rechnen ist. Der Bevölkerung wurde versprochen, dass ihr keine Nachteile durch den Inlogparc entstehen sollen.

6. Auf Grund der aktuellen Verkehrsdiskussion dürfen die Themen Freiraumschutz und Flächenverbrauch nicht an Bedeutung verlieren. Eine weitere Versiegelung und Vernichtung hochwertiger Ackerböden in Weetfeld ist nicht zu verantworten.

Schlussbemerkung:

Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass alle Prognosen sowohl für den Bau der A 445 und der L 667n als auch und gerade für die B 63n falsch waren. Die realistische Einschätzung der Bürgerinnen und Bürger hierzu wurde immer wieder zur Seite geschoben.

Auch wenn die Stadt Hamm aktuell die Planungen für die B 63n übernehmen will, so ist es doch rein spekulativ, ob und wann dieses Projekt umgesetzt werden kann.

Keines dieser Straßenbauprojekte, auch nicht die Phantomdiskussion um eine neue Autobahnauffahrt in Weetfeld oder Freiske, darf als Argumentationshilfe für einen weiteren Ausbau des Inlogparc dienen.

Die schleichende Umweltzerstörung durch die sektorale Planung muss ein Ende haben, und es müssen sozial verträgliche Lösungen gefunden werden. Wer die Zeichen der Zeit erkennt, weiß auch, dass gerade im Bereich Verkehr und Mobilität Umdenken gefordert ist und ein „Weiter so“ nicht zukunftsfähig ist.

Zukunftskonzepte müssen auch für Hamm sozialen und ökologischen Anforderungen entsprechen, nachhaltigen Kriterien gerecht und vom Bürger mitgetragen werden.