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Bürgergemeinschaft gegen die Zerstörung der Weetfelder Landschaft e.V.

Offener Brief der Bürgergemeinschaft gegen die Zerstörung der Weetfelder Landschaft e.V.

An den Oberbürgermeister der Stadt Hamm und die Mitglieder des Rates der Stadt Hamm, den Bezirksvorsteher Pelkum und die Mitglieder der Bezirksvertretung Pelkum, die Planungs- und Umweltbehörden der Stadt Hamm!

„Es reicht! Genug ist genug!“ ist der Tenor der Anwohner der Wiescherhöfener, Weetfelder, Provinzialstraße und Selmigerheideweg, die die Auswirkungen des Inlogparcs ertragen müssen. Die Verkehre durch Sprinter und LKWs bis 40 t vom und ins Industriegebiet haben mittlerweile nicht mehr hinnehmbare Ausmaße erreicht. Die Straßen sind von Breite und Beschaffenheit nicht dafür ausgelegt, diese Verkehre aufzu­nehmen; die Folgekosten durch Straßensanierungen werden aber auf die Anleger umgelegt.

Die Führer der Fahrzeuge nehmen für sich Rechte in Anspruch, die ihnen nicht zustehen. Die Verkehrs­regelung ist eindeutig: LKWs über 3,5 t dürfen die Straßen nicht benutzen, Übertretungen gibt es ständig. Zudem wird die im Bebauungsplan festgesetzte Regelung der Lieferverkehre, die von der Autobahn kommend nur über Bönen erfolgen darf, permanent missachtet und durch die Ordnungs­behörden selten verfolgt.

Den Bürgern sollte die Planung auch nicht dadurch schmackhaft gemachen werden, dass die B 63n gebaut werden soll; neue Straßen induzieren neue Verkehre und tragen nicht zur Gesamtlösung bei.

Die Situation ist so nicht mehr hinnehmbar!

Im Regionalplan Ruhr wird neben dem Rangierbahnhof der Inlogparc als zweites Industriegebiet aufgeführt. Die 50-Hektar-Fläche in Norddinker ist nach Anwohnerprotesten aus diesem Plan heraus genommen worden. Es war unter Berücksichtigung des Klimaschutzes und der von der Bundes­regierung angestrebten Reduzierung des Flächenverbrauchs die einzig richtige Maßnahme!

Die BG Weetfeld fordert: Verzicht auf die Weiterplanung des 2. Bauabschnitts des Inlogparcs, der 45,8 ha groß sein würde! Die dafür benötigten Flächen weisen eine Bodenwertigkeit von 85 Punkten auf.  Sie werden im Umweltbericht als „schützenswert“ eingestuft und liegen deutlich über dem Durch­schnittswert anderer Ackerböden. Hier werden wertvolle Böden vernichtet!

Mit dem 1. Bauabschnitt des Inlogparcs (26,2 ha) haben Sie, Herr Oberbürgermeister, aus Ihrer Sicht einen Erfolg erreicht; damit muss es jetzt gut sein! Verzichten Sie auf die Aufstellung des 2. Bauab­schnitts! Lassen Sie hier die gleichen Gründe wirksam werden, die Sie bei der Zurücknahme der 50-Hektar-Fläche in Norddinker geltend gemacht haben. In Norddinker haben Sie darauf verwiesen, dass Sie ein 24,5 ha großes Gebiet aus dem B-Plan „K-Park Süd II“  herausgenommen und als „deutliches Zeichen für Belange des Natur- und Artenschutzes“ und der „Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Natur und Landschaft“ gesichert haben (Antrag CDU/SPD-Ratsfraktion 1134/20).

Nichts davon sieht man hier in Weetfeld! Hier wird nicht nur nichts für Natur, Landschaft und Artenschutz angestrebt, sondern hier werden genau diese Attribute vernichtet! Bewerten Sie die Menschen und die Landschaft in Norddinker (im schönen Stadtbezirk Uentrop) einerseits und in Weetfeld (im bergbau­geprägten Stadtbezirk Pelkum) andererseits nicht ungleich! Naturschutz in Uentrop, kein Naturschutz in Pelkum und darüber hinaus noch eine künftige Versiegelung von 45,8 ha Ackerfläche und Erholungsraum in Pelkum. Das darf so nicht geschehen!

Stoppen Sie den 2. Bauabschnitt des Inlogparcs in Weetfeld! Sie haben doch mit der Verwirklichung des 1. Bauabschnitts schon so viel bekommen, dass es Ihnen genug sein muss! Werten Sie nicht mit zweierlei Maß, sondern berücksichtigen Sie, was der Regionalverband Ruhr (RVR) auf der Bürgerver­sammlung im Januar 2019 in Ihrem Rathaus gesagt hat: „Der Inlogparc ist nach heutiger Vorstellung von der Planung eines Gewerbegebiets nicht mehr genehmigungsfähig, niemand würde heutzutage ein solches Gebiet an einem solchen Ort auf der grünen Wiese planen!“

Bürgergemeinschaft gegen die Zerstörung der Weetfelder Landschaft e.V.

Der geschäftsführende Vorstand:

Ulrich Schölermann
1. Vorsitzender       

Dr. Stefan Reus       
2. Vorsitzender                                                           

Rudolf Franke-Herold
Schatzmeister